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22.07.2010

Junge drängen in die Politik

 

Caroline Hebestreit, MZ 21.07.2010 - Marcus Faber ist optimistisch. Kein Wunder, denn beim Blick auf die Mitgliederzahlen der Jungen Liberalen (Julis) in Sachsen-Anhalt sieht der Landesvorsitzende eine positive Tendenz. Danach ist die Nachwuchsorganisation der FDP - trotz der schwierigen Situation für die Liberalen - im Aufwind. 150 Mitglieder zählt der Juli-Landesverband, im Oktober 2009 lag die Zahl noch bei 120. Die Entwicklung ist kein Einzelfall. Auch das Interesse an den anderen politischen Gruppierung in Sachsen-Anhalt steigt, glaubt man den Nachwuchsorganisationen der Parteien. Fast alle verzeichnen derzeit zumindest einen Zuwachs an Mitgliedern. Wissenschaftler skeptisch Gerd Langguth, Politikwissenschaftler an der Uni Bonn, nannte diese Entwicklung zwar generell positiv, betrachtete die Zahlen jedoch mit Vorbehalt. "Entscheidend ist letztlich, wie aktiv die Jugendorganisationen sind und welchen Einfluss sie auf die Mutterparteien nehmen", erklärte er. Außerdem zeichneten sie sich häufig durch einen hohen Studentenanteil aus. "Dass eine Jugendorganisation aber wirklich verankert ist, zeigt sich, wenn beispielsweise auch Lehrlinge zu ihr zählen." Bei den Julis spiegelt sich das Engagement aber nicht nur in Zahlen wider. In der Altmark etwa konnte jüngst ein neuer Kreisverband gegründet werden. Dafür hatte sich auch Juli-Neumitglied Normen Gadiel stark gemacht. Zunächst FDP-Mitglied, wollte er später auch bei den Julis mitmachen. "Ich habe es für wichtig empfunden, dass junge Menschen sich in die Politik einbringen können", sagt er über die Gründe seines Beitritts. Die Junge Union verzeichnet laut Sprecher Tobias Krull zumindest stabile Mitgliederzahlen - anders als die Partei selbst. Derzeit zählt die Nachwuchsorganisation 740 Mitglieder, Ende 2009 waren es 748. Neu ist auch Richard Höbel, der vorher bereits der CDU beigetreten war und sich dann auch gezielt für die Junge Union entschied. "In meinem Kreisgebiet Dessau-Roßlau gab es die praktisch gar nicht", sagte der 24-Jährige. "Mir war wichtig, dass wir auch dort präsent sind." Zahlenmäßig aufwärts geht es im Moment auch für die Jungsozialisten (Jusos) im Land. Zwar sank ihre Zahl vor der Bundestagswahl von 700 auf 680, seitdem steigen die Zahlen aber wieder. Derzeit liegen sie bei 750. Ganz frisch bei SPD und Jusos dabei ist Udo Krause. Während seiner Magisterarbeit über die Geschichte und Inhalte der SPD hat der 26-Jährige die Partei gut kennen gelernt und ist ihr letztlich aus Überzeugung beigetreten. "Dabei war ich anfangs eigentlich der Meinung, man muss einer Partei nicht beitreten, es reicht, sie zu wählen." Ebenfalls zugelegt hat die Linksjugend im Land. Derzeit zählt sie 481 Mitglieder, letztes Jahr waren es noch 420. Auch die Zahl der tatsächlich aktiven Gruppen vor Ort sei deutlich angestiegen, betonte Jugendkoordinator Torsten Hans. Er führt das vor allem darauf zurück, dass die Linksjugend verstärkt mit Veranstaltungen an Universitäten auf sich aufmerksam gemacht hat. Auch André Röthel fühlte sich von deren Inhalten angesprochen. In seinem Kreisgebiet Mansfeld-Südharz gab es zunächst keinen Kreisverband. Der wurde kurzerhand gegründet. "Ich bin beigetreten, weil ich gerne mitgestalte und auch etwas bewegen will." Auch die Grüne Jugend konnte zuletzt einigen Boden gut machen. Laut Sprecher Tim Lüddemann zählt sie derzeit etwa 60 Mitglieder, Anfang 2009 waren es 45. Automatische Mitgliedschaft Dabei müssen die Zahlen jedoch genau betrachtet werden. Denn die Nachwuchsverbände von FDP, CDU und Grünen sind von ihren Mutterparteien getrennt organisiert. Bei SPD und Linken gilt dagegen, wer Mitglied in der Mutterpartei und unter 35 Jahren alt ist, ist automatisch Mitglied in der Nachwuchsorganisation.

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